Wer eine Klangschale hat, fragt sich irgendwann, ob eine Zungentrommel dasselbe in größer ist. Wer eine Zungentrommel hat, sieht im Yoga-Studio die Schalen und fragt sich das Umgekehrte. Beide sind Metallinstrumente mit langem Nachklang, beide stehen in Meditationsräumen. Trotzdem machen sie etwas Verschiedenes.
Ein Ton gegen eine Tonleiter
Eine Klangschale hat einen Grundton – mit Obertönen, mit Schwebung, aber einen. Sie wird angeschlagen oder mit dem Klöppel am Rand gerieben, bis sie singt. Sie ist ein Instrument für den Moment: ein Klang, der sich ausbreitet und vergeht. Melodien spielt man mit einer Schale nicht; dafür braucht man ein Set aus mehreren, abgestimmt aufeinander.
Eine Zungentrommel hat 8 bis 15 Töne auf einem Korpus, alle aus einer Tonleiter. Sie ist ein Instrument für Folgen: Tonfolgen, Klangreisen, Lieder. Weil alle Töne zusammenpassen, kann man frei spielen, ohne etwas falsch zu machen. Wer möchte, spielt nach Zahlen echte Melodien – darum ist sie auch für Kinder und Einsteiger interessant, bei denen eine Klangschale schnell langweilig wird.
Klang und Lautstärke
Die Klangschale klingt obertonreich und „schwebend“, der Ton hält sehr lange und füllt auch große Räume. Die Zungentrommel klingt runder, dunkler, mit klarer Tonhöhe; der Nachklang ist lang, aber kürzer als bei einer großen Schale. Mit den Fingern gespielt bleibt sie in Zimmerlautstärke, mit den Schlägeln wird sie raumfüllend. Beide eignen sich für die Wohnung am Abend; die Schale ist eher ein Signal, die Trommel eher ein Fluss.
Bedienung
Die Schale braucht ein wenig Technik, um sauber zu singen: Druck und Tempo des Klöppels am Rand entscheiden. Anschlagen kann jeder, Reiben will geübt sein. Die Zungentrommel ist am ersten Tag spielbar: Zunge anschlagen, Ton. Finger oder Schlägel, beides geht. Es gibt keine Technik, die man beherrschen muss, um gut zu klingen – bloß eine, die man verfeinern kann.
Für welchen Zweck welches Instrument?
| Klangschale | Zungentrommel | |
|---|---|---|
| Meditation, Klangreise | Anfang und Ende, Signal, lange Stille | Durchgehender Klangteppich, Tonfolgen |
| Yoga-Stunde | Zum Ein- und Ausläuten | Zur Begleitung ruhiger Phasen, zum Abschluss |
| Kinder | Kurzer Reiz, schnell ausgeschöpft | Spielinstrument, Lieder nach Zahlen |
| Melodien | Nicht vorgesehen | Ja, 8 bis 15 Töne |
| Lernaufwand | Reiben will geübt sein | Am ersten Tag spielbar |
| Transport | Schwer und empfindlich am Rand | In der Tasche, 1 bis 4 kg |
Zusammen statt entweder-oder
Die meisten, die beides haben, nutzen beides: die Schale zum Beginnen und Beenden, die Trommel dazwischen. Eine Pro in D-Dur passt zu vielen Schalen-Sets, die ebenfalls auf D gestimmt sind; ob das bei deiner Schale der Fall ist, verrät eine Stimm-App in zehn Sekunden. Für den Einstieg in die Klangarbeit ohne großes Set: eine Trommel aus unserer Auswahl für Meditation und Yoga, dazu die zwölf Klangreisen aus dem E-Book Zur Ruhe kommen.