Die Zungentrommel taucht seit ein paar Jahren in immer mehr Kitas und Grundschulen auf – meist, weil eine Erzieherin oder ein Lehrer privat eine hat und sie mitbringt. Was sie dort leistet, ist ziemlich konkret: Sie ist ein Instrument, das eine Gruppe still macht, ohne dass jemand „Ruhe!“ sagen muss, und das Kinder ohne Anleitung spielen können. Hier steht, worauf es in der Praxis ankommt.
Welche Größe für die Gruppe?
Für Kita-Gruppen hat sich die Plus mit 13 Tönen bewährt: Sie ist groß genug, dass die Töne im Raum tragen, und hat genug Tonumfang für Lieder im Morgenkreis. Für den Einsatz durch die Kinder selbst – im Freispiel, in der Musikecke – ist die Mini mit 8 Tönen die bessere Wahl: leicht, robust, und mit acht pentatonischen Tönen klingt wirklich alles harmonisch, auch wenn drei Kinder gleichzeitig trommeln. Viele Einrichtungen haben beides: eine Plus für die Fachkraft, eine oder zwei Minis für die Kinder.
Lautstärke und Nachbarn
Mit den Fingern gespielt bleibt die Zungentrommel leise – leiser als Xylophon oder Glockenspiel. Mit den Holzschlägeln ist sie deutlich hörbar, aber nicht schrill und nicht durchdringend. Im Vergleich zu Fellinstrumenten ist das ein großer Unterschied, den Kolleginnen im Nebenraum schnell bemerken. Für die Ruhephase oder den Übergang zum Mittagsschlaf wird fast immer mit den Fingern gespielt.
Fünf Spiele ohne Vorbereitung
- Das Echo. Die Fachkraft spielt zwei Töne, die Gruppe klatscht sie nach. Dann drei, dann vier. Ab drei Jahren, dauert fünf Minuten, schult Zuhören und Merken von Mustern.
- Frage und Antwort. Ein Kind spielt eine kurze Folge als Frage, das nächste antwortet. Es gibt keine falsche Antwort – das ist der Punkt.
- Der Regenmacher. Alle Kinder tippen mit den Fingerspitzen überall auf die Trommel, erst leise, dann lauter, dann wieder leise. Ein Gewitter in zwei Minuten.
- Die Klanggeschichte. Die Fachkraft erzählt („Die Sonne geht auf … ein kleiner Igel tapst los …“), die Kinder machen die Klänge dazu. Vorlagen stehen im E-Book Musik mit Kindern.
- Das Signal. Drei Töne von tief nach hoch heißen „Aufräumen“, drei von hoch nach tief „Kreis“. Nach einer Woche braucht niemand mehr Worte dafür.
Lieder nach Zahlen im Musikunterricht
In der Grundschule kommt die zweite Stärke dazu: Die Zungen sind nummeriert, Lieder stehen als Zahlenfolgen im Notenheft. Kinder, die noch keine Noten lesen, spielen damit „Alle meine Entchen“, „Bruder Jakob“ oder „Jingle Bells“ – und erleben, dass eine Melodie aus einer Reihenfolge besteht. Für den Übergang zum Notenlesen ist das eine brauchbare Brücke: Zahl 1 ist das C, Zahl 5 das G. Wer mag, schreibt die Zahlen später als Noten auf die Tafel.
Pflege im Alltag der Einrichtung
Die Trommel verträgt Kinderhände, Stürze vom Tisch und das Leben in der Musikecke. Was sie nicht mag: Flüssigkeiten in den Zungenfugen und schwere Gegenstände auf den Zungen. Die Tragetasche ist der Aufbewahrungsort; das Mikrofasertuch reicht zur Reinigung. Mehr dazu im Ratgeber Zungentrommel stimmen und pflegen. Alles zur Wahl der Größe für Kinder: Zungentrommel für Kinder und der Ratgeber Zungentrommel für Kinder: ab welchem Alter.