Zungentrommel stimmen und pflegen: was nötig ist – und was nicht

Glühender Stahlring wird in einer Werkstatt geschmiedet

Die gute Nachricht zuerst: Eine Zungentrommel ist eines der pflegeleichtesten Instrumente überhaupt. Kein Fell, das sich verzieht, keine Saiten, die reißen, keine Elektronik. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man wissen sollte – und ein paar Mythen, die man vergessen kann.

Muss man eine Zungentrommel stimmen?

Nein, im Normalfall nicht. Die Tonhöhe einer Zunge ergibt sich aus ihrer Länge und Dicke, und beides ändert sich nicht von allein. Unsere Trommeln werden ab Werk gestimmt und vor dem Versand geprüft; die Stimmung bleibt über Jahre stabil, solange die Trommel nicht fällt oder verbogen wird. Das ist der große Unterschied zur Handpan, deren gehämmerte Klangfelder sich mit der Zeit und mit zu kräftigem Spiel verstimmen können.

Feinstimmen ist möglich, aber nichts für zwischendurch: Bei manchen Modellen sitzen kleine Magnete unter den Zungen, die den Ton leicht absenken. Wer das versuchen will, sollte wissen, dass ein Magnet den Ton tiefer macht, nie höher, und dass ein Millimeter Verschiebung hörbar ist. Für den Alltag gilt: Finger weg, es stimmt.

Nebengeräusche: Surren, Klirren, Schnarren

Wenn eine Zunge surrt oder klirrt, liegt es in neun von zehn Fällen nicht an der Zunge. Häufigste Ursachen, in dieser Reihenfolge:

  1. Die Trommel liegt auf einer harten Fläche. Stahl auf Holz oder Stein überträgt Schwingungen und klirrt. Leg das Pflegetuch, ein Kissen oder den Tragetaschenboden darunter – oder nimm sie auf den Schoß.
  2. Ein Aufkleber oder ein Krümel in der Zungenfuge. Mit einer Visitenkarte vorsichtig durch den Schlitz fahren.
  3. Die Kordel am Rand (bei der Pro) ist verrutscht und berührt eine Zunge. Zurückschieben.
  4. Zu harter Anschlag. Die Zunge schlägt gegen den Korpus. Lockerer aus dem Handgelenk spielen.

Erst wenn all das ausgeschlossen ist, lohnt sich ein Blick auf die Zunge selbst: Eine sichtbar verbogene Zunge ist ein Fall für den Austausch, nicht für den Hammer.

Reinigen

Fingerabdrücke und Staub gehen mit dem mitgelieferten Mikrofasertuch weg, trocken oder leicht angefeuchtet. Keine Scheuermittel, keine Reinigungsmittel: Die matte Lackierung ist kratzfest, verträgt aber keine scharfen Putzmittel. Die Zungenfugen bei Bedarf mit einem weichen Pinsel ausbürsten. Das Innere der Trommel braucht nichts – was hineinfällt, kommt durch Umdrehen und Schütteln wieder heraus.

Lagern und transportieren

Trocken, nicht in der prallen Sonne, nicht neben der Heizung. Stahl rostet unter der Lackierung nicht, aber an den Schnittkanten der Zungen kann bei dauerhafter Feuchtigkeit ein Hauch Flugrost entstehen; ein trockener Raum reicht, um das zu vermeiden. Für den Transport ist die Tragetasche gedacht: Sie schützt vor Kratzern und – wichtiger – davor, dass etwas Schweres auf die Zungen drückt. Im Auto nicht lose in den Kofferraum.

Schlägel und Fingerpads

Die Holzschlägel mit Gummikopf halten Jahre. Wenn der Gummi hart wird oder reißt, passen handelsübliche Schlägel für Zungentrommeln in jeder Größe. Die Fingerpads aus Silikon nutzen sich beim Spielen mit den Fingern langsam ab; viele spielen nach ein paar Wochen ohnehin ohne, weil die Fingerkuppen sich gewöhnt haben.

Was nicht nötig ist

Kein Öl, kein Wachs, kein Nachspannen, kein Stimmgerät im Schrank. Eine Zungentrommel, die trocken steht, in ihrer Tasche reist und mit lockerem Handgelenk gespielt wird, klingt in zehn Jahren wie am ersten Tag. Welche Tonart deine Trommel hat und was das bedeutet, steht im Beitrag C-Dur oder D-Dur. Die drei Größen im Überblick: Steel Tongue Drums.