Zungentrommel lernen – ohne Noten, in zehn Minuten

Hand zeigt auf die nummerierten Zungen einer Zungentrommel

Die Zungentrommel gehört zu den wenigen Instrumenten, bei denen die erste Melodie am ersten Tag kommt. Nicht, weil sie besonders simpel wäre, sondern weil sie anders gebaut ist: Alle Zungen sind auf eine Tonleiter gestimmt, in der jeder Ton zu jedem anderen passt. Es gibt keine falsche Taste. Hier ist der Weg vom Auspacken zur ersten Melodie.

1. Haltung

Leg die Trommel auf den Schoß, auf ein Kissen oder auf einen Tisch mit dem Pflegetuch darunter. Die Zunge mit der 1 zeigt zu dir. Sitz entspannt – du brauchst keine besondere Haltung, bloß beide Hände frei.

2. Finger oder Schlägel?

Beides geht, und beides klingt anders. Mit den Schlägeln ist der Ton lauter, klarer und hält länger – gut für Melodien. Mit den Fingern (die Fingerpads aus dem Set helfen am Anfang) ist der Ton weicher und leiser – gut für den Abend und für freies Spielen. Die meisten fangen mit den Schlägeln an und wechseln später.

Schlag die Zunge in der Mitte an, locker aus dem Handgelenk, und lass den Schlägel zurückfedern. Wer den Schlägel auf der Zunge liegen lässt, dämpft den Ton. Das ist auch der häufigste Anfängerfehler, und er ist in einer Minute behoben.

3. Spielen nach Zahlen

Jede Zunge trägt eine Ziffer. Das Notenheft und das Kurs-eBook schreiben Melodien als Zahlenfolgen: 1 2 3 4 | 5 – 5 – heißt vier Töne nacheinander, dann die 5 zweimal mit Pause. Ein Punkt über der Ziffer bedeutet die hohe Variante des Tons, ein Punkt darunter die tiefe. Mehr musst du nicht wissen, um „Alle meine Entchen“ zu spielen.

4. Drei Übungen für die ersten zehn Minuten

  1. Die Leiter. Spiel alle Zungen der Reihe nach, 1 bis zur höchsten Ziffer, dann zurück. Langsam. Du lernst dabei, wo welche Zahl liegt, ohne hinzuschauen.
  2. Zwei Töne, ein Puls. Wechsle zwischen 1 und 5 in gleichmäßigem Tempo, eine Minute lang. Das ist die Grundlage jeder Begleitung.
  3. Die erste Melodie. Öffne das Kurs-eBook auf Stufe 1 und spiel die erste Zeile, so langsam du willst. Dann die zweite. Nach zehn Minuten hast du ein Lied.

5. Frei spielen

Das ist der Teil, für den die meisten eine Zungentrommel wollen. Spiel ohne Plan: ein paar Töne, eine Pause, ein paar Töne. Lass jeden Ton ausklingen, bevor der nächste kommt. Weil alles zusammenpasst, klingt es nach Musik – auch am ersten Abend. Mit der Zeit entstehen eigene kleine Muster, die du wiedererkennst.

Wie weiter?

Das Kurs-eBook „Dein Start“ führt dich in drei Stufen durch 20 Melodien, vom Kinderlied bis zum Kanon von Pachelbel. Wer eher Klang als Lieder möchte, findet in „Zur Ruhe kommen“ zwölf Klangreisen für Morgen, Tag und Abend. Und wer noch keine Trommel hat: Die drei Größen im Vergleich.

Welche Trommel für den Anfang passt, steht unter Zungentrommel für Anfänger. Was die Tonart deiner Trommel bedeutet: C-Dur oder D-Dur.