Auf jeder Zungentrommel steht eine Tonart: C-Dur, D-Dur, manchmal D-Moll oder etwas Exotischeres. Für die meisten Einsteiger ist das die erste Frage, die sie nicht beantworten können – und die Antwort ist entspannender als gedacht.
Was die Tonart bedeutet
Die Tonart sagt, welche Töne auf der Trommel sind. Eine Trommel in C-Dur enthält Töne aus der C-Dur-Tonleiter: C, D, E, F, G, A, H. Eine in D-Dur enthält D, E, Fis, G, A, H, Cis. Weil alle Töne einer Trommel aus derselben Tonleiter stammen, passen sie zusammen – das ist der Grund, warum man auf einer Zungentrommel nichts Falsches spielen kann. Die Tonart bestimmt also nicht, ob die Trommel gut klingt, sondern wie hoch oder tief sie klingt und mit welchen anderen Instrumenten sie zusammenpasst.
Pentatonisch oder diatonisch?
Kleine Trommeln mit acht Tönen wie die Mini sind meist pentatonisch: Sie lassen zwei Töne der Tonleiter weg (bei C-Dur das F und das H) und wiederholen dafür Töne in der nächsten Oktave. Das klingt immer harmonisch, weil genau die beiden Töne fehlen, die Spannung erzeugen könnten. Trommeln mit 13 oder 15 Tönen wie die Plus und die Pro sind diatonisch: alle sieben Töne der Tonleiter, über zwei Oktaven. Damit lassen sich echte Lieder spielen – „Alle meine Entchen“ braucht das F, der Kanon von Pachelbel das H.
C-Dur: die Tonart der Lieder
C-Dur ist die Tonart ohne Vorzeichen, in der die meisten Kinderlieder, Volkslieder und Weihnachtslieder notiert sind. Wer nach Zahlen spielt, merkt davon nichts – aber wer irgendwann mit einem Klavier, einer Gitarre oder einer Blockflöte zusammenspielen will, hat es in C-Dur am leichtesten. Darum stehen Mini und Plus in C-Dur: Sie sind die Trommeln für Familien, Kinder und Einsteiger, und sie klingen hell und klar.
D-Dur: die Tonart des Klangs
D-Dur liegt einen Ton höher, wird aber bei großen Trommeln meist eine Oktave tiefer gebaut – darum klingt die Pro trotz D-Dur tiefer als die Plus. D-Dur ist die Lieblingstonart der Handpan-Welt und vieler Klangschalen-Sets; wer in einer Klangreise oder Yoga-Stunde mit anderen Instrumenten zusammenspielt, trifft dort oft auf D. Für das Spielen allein ist das egal: Jede Tonart klingt für sich stimmig.
Kann man zwei Trommeln zusammen spielen?
Zwei Trommeln in derselben Tonart: immer. Mini und Plus (beide C-Dur) ergänzen sich, die Mini hell, die Plus warm – ein beliebtes Duo für Eltern und Kind. C-Dur und D-Dur zusammen: möglich, aber nicht alles passt; C und Cis beißen sich. Wer zwei Trommeln für das Zusammenspiel möchte, nimmt zwei gleiche Tonarten oder zwei Größen derselben Familie.
Kurz gesagt
- Für Lieder, Kinder und das Zusammenspiel mit Klavier oder Gitarre: C-Dur, also Mini oder Plus.
- Für Klangreisen, Meditation und tiefen Klang: D-Dur, also die Pro.
- Für das Spielen allein: egal. Jede Trommel klingt für sich richtig.
Wie man Stimmung und Zungen über die Jahre in Ordnung hält, steht im Ratgeber Zungentrommel stimmen und pflegen. Alle drei Größen und Tonarten: Steel Tongue Drums.